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Bäuml Bau

Eine Ode ans Büro.

Wie kann man junge Menschen für einen Ausbildungsberuf beim Bau begeistern?
Gute Frage.
Doch genau mit diesem Anliegen kam Bäuml Bau, ein Bauunternehmen aus der Oberpfalz, auf C3 zu. Denn wie viele andere Handwerksbetriebe hat auch Bäuml Bau in letzter Zeit Schwierigkeiten, fähige Azubis zu finden und sucht dringend neue Lehrlinge, die echte Bauexperten werden wollen.

Die Rahmenbedingungen waren fix: ein Kinospot sollte es werden, der die freie Lehrstellen bei Bäuml Bau bewirbt. Doch bei Inhalt und Konzept war der Kunde offen für die Ideen von C3 und so stürzten wir uns hinein in die Welt des Hoch- und Tiefbaus.

Doch schnell war uns klar: Wir müssen die Sache von hinten aufrollen.
Wir müssen gar nicht den Job auf der Baustelle anpreisen. Stattdessen müssen wir die Wahrheit über die Alternative offenbaren: den traurigen, grausigen Alltag in einem Bürojob.
 Stichwort: umgekehrte Psychologie.

Welcher Schreibtischtäter kennt es nicht. Ist der Papierstapel am Abend abgearbeitet, schon liegen am nächsten Tag die gleichen Leichen wieder auf dem Tisch. Der dicke Bauch liegt inzwischen aus Bequemlichkeit gleich mit auf dem Schreibtisch, der Rücken schmerzt vom vielen Sitzen, die Augen brennen und auch die 10 Dioptrien starke Brille hilft beim schummrigen Licht der Leuchtstoffröhren des stickigen Großraumbüros nicht mehr. Tolle Aussichten, oder?

Doch wie können wir das Ganze optisch und inhaltlich vermitteln?

Wir entschieden uns bei der Animation für die klassische Strichzeichnung im Stil der Red Bull Werbespots, die – ohne jegliche Farbe – die Tristesse der Situation zusätzlich unterstreicht. Da dauerte es auch nicht lange, bis wir die Szene und den „Hauptdarsteller“, den wir vor Augen hatten, visualisiert hatten: ein älterer, ausgebrannter Typ, der sein Leben im Büro satt hat und als abschreckendes Zukunftsbild dient.

Eine Besonderheit: statt den Spot komplett digital zu realisieren, besteht der er aus fast 200 einzelnen, von Hand gezeichneten Bildern, die dann wie ein Daumenkino am Computer zusammengesetzt und nach Bedarf wiederholt werden.

Doch der eigentliche Clou ist, dass der Protagonist in Versform von seinem miserablen Büroleben erzählt. In der „Ode ans Büro“ – dem Gedicht, das die Texter bei C3 nach Loriot Vorbild für das Projekt geschmiedet haben – führt die Strichfigur den Zuschauern Reim für Reim vor Augen, dass ein Beruf an der frischen Luft, bei dem Tag für Tag Sichtbares und Handfestes entsteh, vielleicht tatsächlich die bessere Alternative für eine Ausbildung ist. Sein klares Fazit. „Ihr Jungen Leute seid doch schlau. Bewerbt euch jetzt bei Bäuml Bau.“

Das Ergebnis ist ein Kinospot, der – trotz eines kleinen Budgets – die junge Zielgruppe mit einem Augenzwinkern und auf wirkungsvolle Weise anspricht und dank seines trockenen Humors auch nach dem Kinobesuch noch in Erinnerung bleibt.